Schlagwort-Archiv: Kommunikation

Opel erzählt wieder nichts über das neue Auto

Die beliebte Masche in der TV-Werbung, wünschenswerte Einstellungen zu gesellschaftlichen Themen mit viel Pathos zu zelebrieren, um dann am Ende des Spots ein Produkt einzuführen, hält leider an.

Anstatt eine vernünftige Kommunikationsstrategie umzusetzen, wird anscheinend lieber auf die Hoffnung gesetzt, dass Konsumenten eine mehr oder weniger relevante Einstellung mit einem fast zufällig gewählten Produkt assoziieren. Aber niemanden läuft sofort los, um ein Produkt zu kaufen, nur weil die Marke allgemeine Werte rezitiert. Erst recht nicht ein Auto.

Trotzdem ist die Autoindustrie von diesem Irrglauben besonders betroffen, allen voran Opel, wie der Spot für den neuen Insignia demonstriert. Der Spot sieht gut aus, zeigt einen sympathischen Promi, nutzt beeindruckende Sprüche – und sagt so gut wie nichts über das schöne Auto aus.  Weiterlesen

Airbnb zielt auf Reisende, die sich nicht als Tourist fühlen wollen

Mit der neuen, weltweiten Kampagne von Airbnb demonstriert der Marktführer für Weitwinkel-Darstellungen privater Unterkünfte erneut, dass er seine Zielgruppe richtig gut versteht. Hier werden Consumer Insights nicht erst entdeckt und dann in die Schublade gesteckt – sie dienen als strategische Basis für die gesamten Kommunikationsaktivitäten.  Weiterlesen

Siemens versteht seinen eigenen Markenclaim nicht ganz

Als der neue internationale Markenclaim für Siemens annonciert wurde, musste ich innerlich schmunzeln. Die Agentur hat anscheinend das Unternehmen überzeugen können, dass „Ingenuity for Life“ auf Englisch etwas mit dem deutschen Wort „Ingenieur“ zu tun hat – und so sehen sich die Siemens Manager gerne. Ich habe den Vorstandsvorsitzenden, Joe Kaeser, auf dieses mögliche Missverständnis schriftlich aufmerksam gemacht: Weiterlesen

Smart Forfour Team fällt nichts Schlaues ein

Das Team, das eine passende Strategie für den neuen Smart Forfour finden sollte, war nicht zu beneiden. Das Auto ist 80 cm länger als der „richtige“ Smart, nicht besonders preiswert, nicht besonders wirtschaftlich und nicht besonders hübsch. Eigentlich hat der Forfour kaum konkrete Vorteile und selbst die Aura seines witzigen kleinen Bruders reicht für eine vernünftige Strategie nicht aus. Also was tun? Das scheint auch das Smart Team nicht wirklich zu wissen. Weiterlesen

Audi setzt auf Innensicht statt Insights

Die aktuelle Ausgabe von “brand eins” beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Kundenorientierung bei Unternehmen. Gut so! Viele Beispiele sollen belegen, wie der Wandel endlich in die richtige Richtung läuft. Aber die erste Anzeige, für Audi, ist fast ein Musterbeispiel dafür, wie weit einige Unternehmen in Wirklichkeit noch von einer echten Kundenorientierung entfernt sind. Weiterlesen

Dallmayr erzählt weiter über Dallmayr

Man kann den Gedankengang bei Dallmayr gut verstehen: eine Werbeagentur mit viel Kaffee-Know-how ist frei geworden, also verpflichten wir sie, um neue Spots zu konzipieren. Schwieriger zu verstehen ist, warum sich dadurch in der Kampagne so wenig verändert hat. 

In den neuen Spots erzählt Dallmayr nach wie vor einiges über Dallmayr … und dann einiges mehr. Offensichtlich hofft der Kaffeespezialist, dass Konsumenten genauso fasziniert sind von Edelmahlwerken und Arabicabohnen wie das Unternehmen selber. Denn von einem Benefit oder sogar einem Kaffee-Insight ist leider nichts zu spüren.  Weiterlesen

Saturns stummer Berater wird die Zielgruppen für viele Produkte nicht ansprechen

Saturn, wie sein zweieiiger Zwillingsbrüder Media Markt, neigt seit Jahren dazu, sein Riesen-Mediabudget ineffizient auszugeben. In allen Medien wird eine Überdosis des aktuellen Spruchs und Key Visuals verabreicht, manchmal trashig, meistens laut und immer für eine Zielgruppe mit zweistelligem IQ konzipiert.

Seit einigen Wochen beglückt uns Saturn mit einer neuen Kampagne um den vollbärtigen, übergewichtigen, wortkargen Berater mit dem Kalauernamen Tech-Nick. Weiterlesen

Idealo gewinnt Preis für das am schlechtesten beratene Unternehmen

Wer in den letzten Wochen eine Zeitung gelesen hat, wird wahrscheinlich die Werbung von idealo.de gesehen bzw. übersehen haben. Auf eine ganze Seite mit einem Mini-Logo folgt eine ganze Seite mit einem etwas größerem Logo. Die Botschaft? Idealo.de existiert. Das war‘s.

Wer idealo kennt, lernt nichts Neues über das Preisvergleichsportal. Wer idealo nicht kennt, wird auch nicht neugierig genug gemacht mehr herauszufinden. Dafür ist der Auftritt zu langweilig und unemotional. Die Hoffnung der Macher, dass die Leser so erstaunt sind, eine (fast) leere Seite in ihrer Zeitung zu finden, dass sie sofort idealo.de in ihren Browser eingeben, geht nicht auf. Die kreative Idee, wenn man sie so nennen darf, ist nicht mal neu und sie war nie gut.  Weiterlesen

Begrenzte Erwartungen an Skoda im Vorbeifahren übertroffen?

Wenn ich mich als durchschnittlicher Autobesitzer frage, was ich von einem Skoda erwarte, kommt nicht zu viel. Von dem VW aus Tschechien erwarte ich Wolfsburger Technologie zum Prager Preis … sonst wenig Konkretes. Diese Erwartungsarmut hindert allerdings Skoda nicht daran, den neuen Octavia RS mit dem Claim „Übertrifft alle Erwartungen“ anzupreisen – was, wenn man kurz überlegt, wirklich nicht so schwer sein dürfte.

Der aktuelle TV Spot, der diesen Claim dramatisieren soll, ist noch verwirrender als die Strategie. Weiterlesen

Die CDU wirbt positiv und übertrumpft den missmutigen Ansatz der SPD

Ob politische Werbung tatsächlich viele Wähler bei ihrer Stimmabgabe beeinflussen kann, wird in Deutschland selten auf den Prüfstein gestellt. Meistens lächelt ein mehr oder minder sympathischer Mensch von einem Plakat herunter, begleitet von einem harmlosen Standardsatz – eine Art Packshot-Kampagne mit wenig Überzeugungskraft.

In der heißen Phase der Bundestagswahl – okay, der etwas wärmeren als vorher – haben beide Hauptparteien entschieden, dieses Muster zu verlassen und den potentiellen Wählern etwas mehr zuzumuten. Weiterlesen